Montag, 14. September 2009

Die Wirkung von Uranmunition auf den menschlichen Organismus


Wenn die Uranmunition eine Panzerung durchschlägt, wird der größte
Teil der kinetischen Energie in Wärme umgesetzt. Auf Grund der großen
spezifischen Masse des Urans von 19,1 g/cm³ und der hohen
Geschwindigkeit des Projektils (bis zu 5 mach) werden lokal enorme
Mengen an Energie freigesetzt. Dadurch schmilzt das zerberstende Uran
und verbrennt explosionsartig zu Uranoxid.
http://www.iicph.org/docs/DU_Human_Rights_Tribunal.htm
http://www.eoslifework.co.uk/pdfs/DU2102A3a.pdf

Dieses Uranoxid bildet feinste Stäube, die in der Atmosphäre über
sehr weite Entfernungen durch Luftströmungen und Winde transportiert
werden können.
http://www.umrc.net/uranium_and_weapons.aspx

46% - 70% der Partikel sind kleiner als 10 µm. Besonders kleinste
Partikel im Durchmesser von 2,5µm bis 5 µm können sich in der Lunge
festsetzen. Uranoxid ist nicht oder nur schwer wasserlöslich und wird
dadurch, im Gegensatz zum Uran 238, nicht ausgewaschen. In der Lunge
können die Partikel über Jahre verbleiben.

Dr. Leu A. Dietz hat in einer interessanten Arbeit die Wirkung dieser
Partikel auf den menschlichen Organismus abgeschätzt.
http://www.xs4all.nl/~stgvisie/VISIE/Dietz-L/Dietz-du-3.html

Ein kugelförmiger Partikel Uranoxid mit einem Durchmesser von 2,5 µm
enthält 2,1*10Exp11 (210 Milliarden) Uranatome. Von diesen zerfallen
pro Jahr im Durchschnitt 32,3 Atome. Das bedeutet, es werden pro Jahr
32,3 Alphateilchen vom Partikel in das umgebende Gewebe emittiert.
Dazu kommen die Zerfallsprodukte von U-234, U-235 und U-236, die zwar
nur in winzigen Spuren in dem Oxidpartikel vorhanden sind, aber auf
Grund ihrer wesentlich höheren Zerfallsrate immerhin noch 5,3
Alphateilchen pro Jahr hinzusteuern. Man erhält damit eine
Gesamtmenge von etwa 38 Alphateilchen, die der Uranoxidpartikel
(Durchmesser 2,5 µm) pro Jahr aussendet.

Die hochernegetischen Alphateilchen zerstören im Körpergewebe
wichtige Makromoleküle wie DNA, RNA, Enzyme and Proteine.

Die 38 Alphateilchen pro Jahr entsprechen einer Strahlendosis von 170
rem/Jahr. Der Grenzwert für den „Normalbürger“ ist in den USA auf
0,17 rem/Jahr festgelegt.

Das bedeutet: Ein einziger winziger Partikel Uranoxid in der Lunge
setzt den Organismus einer 1.000fach über dem Grenzwert liegenden
Strahlungsbelastung aus!
http://www.umrc.net/radiation_and_the_human_body.aspx

Setzen sich 10 Partikel in der Lunge fest, so wird der Grenzwert um
den Faktor 10.000 überschritten. Oder, nur ein Partikel mit 5 µm
Durchmesser (achtfaches Volumen gegenüber 2,5 µm Durchmesser) bewirkt
eine Überschreitung des Grenzwertes um den Faktor 8.000. Die
Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, ist bei derart großen
Strahlungsdosen hoch.

Die Partikel können sich über Jahre in der Lunge festsetzen. Sie
strahlen die ganze Zeit über mit praktisch konstanter Dosis, denn
U-238 hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren.

Zahlenbeispiel:
Ein kugelförmiger Partikel Uranoxid (11g/cm³) mit einem Durchmesser
von 2,5 µm hat eine Masse von 90 Picogramm (oder 0,09 Nanogramm). 11
Milliarden solcher Partikel bringen es auf eine Gesamtmasse von einem
Gramm. Mit anderen Worten: Mit einem Gramm solcher Partikel kann man
jedem Menschen unseres Planeten zwei Partikel zuweisen. Das sollte
ausreichen, die gesamte Menschheit an Krebs hinsiechen zu lassen, mit
nur einem Gramm!

Natürlich ist dieses Zahlenbeispiel arg theoretisch. Man kann nicht
„mit der Pinzette“ jedem Menschen zwei Partikel verabreichen. Die
überwiegende Menge der Partikel wird sich irgendwo absetzen, und nur
ein winziger Teil wird sich in den Lungen festsetzen. Auch im
abgeschätzten Krebsrisiko gibt es sicherlich noch
Unsicherheitsfaktoren. Doch selbst wenn die Schädigung der
Körperzellen um den Faktor 10 geringer sein sollte als zur Zeit
geschätzt, geht eine immer noch riesige Gefahr von den unkontrolliert
in die Umwelt ausgesetzten Uranoxidstäuben auf die Menschheit aus.

Eine Tonne hat eine Million Gramm. Im Irak, in Kuwait und in
Jugoslawien wurden Tausende Tonnen Uranmunition verschossen. Wenn wir
uns diese Zahlen vor Augen halten und bedenken, welches
Vernichtungspotential theoretisch in nur einem Gramm des
Uranoxidstaubes steckt, dann wird uns das ganze Ausmaß der
vorhandenen atomaren Verseuchung in den Kampfgebieten klar.

Die auf den Boden niedergeschlagenen Uranoxidpartikel können durch
jeden Wind wieder aufgewirbelt werden und ihr Zerstörungswerk am
Menschen erneut beginnen. Das kann in 10 Jahren oder in 100 Jahren
sein. In den trockenen Wüstengebieten können sie auch noch in
Tausenden Jahren aufgewirbelt werden. Die Partikel strahlen bis zum
Erlöschen unserer Sonne.

Quelle: Telepolis
Kommentar des users physiko
zum Artikel: Haben die Uranwaffen des Irak-Kriegs auch Europa kontaminiert?

Kommentare:

Alles-nur-Programm hat gesagt…

Ich könnt heulen..., nein ich heule jetzt, denn es ist so traurig

Anonym hat gesagt…

Also, sehr interessant zusammengetragen! Regt sehr zum nachdenken und weiterforschen an!